| Büesinger Buurefasnacht ein Hexenkessel | ||
| Die Journalisten der «Schaffhauser Nachrichten» staunten nicht schlecht und schrieben in ihrem Blatt: «Büsingen glich an der Buurefasnacht einem Tollhaus». Und weiter: Bereits am Donnerstag nahm das närrische Treiben in Schule und Kindergarten seinen Anfang. Der Kiga-Narrensamen mit Betreuerinnen eskortiert von den Hobelgeissen hatte vor dem Exklavinger Glaspalast einen bunt geschmückten Mini-Narrenbaum aufgestellt, und die Büsinger Fahne wurde durch das neue Buurefasnachtsbanner ersetzt. Punkt 18 Uhr hievte dann |
Zu Tausenden kamen Zuschauer aus der Region Schaffhausen |
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| Norbert Stehles «Holzermannschaft» tatkräftig unterstützt von der Schaffhauser Narrenbaumgesellschaft den stattlichen, 18,22 Meter hohen Stammbaum der Narren in das auf dem Bürgerhausplatz dafür bestimmte Loch. Die Bekanntgabe von Narrenzunft-Hobelgeiss-Präsident Stephan Burmeister, dass Bürgermeister Gunnar I. und seine gesamte Rathauscrew entmachtet worden seien und die Narrenzunft Hobelgeiss das Zepter übernommen habe, erntete begeisterten Beifall und ein dreifaches «Geissli mäh». Und dann stand den verschiedenen angekündigten Veranstaltungen wie etwa der «Bischemaparty» im Restaurant Kranz, dem Kinderball am Samstagnachmittag oder der am Abend für die Älteren organisierten Fasnachtsparty in der Turnhalle endgültig nichts mehr im Weg. Fester Bestandteil waren natürlich wie immer der Ordensabend (im Festzelt) und dann, am Sonntagnachmittag, der grosse Fasnachtsumzug. Der hat es in sich. Büsingen scheint namentlich für den gesamten süddeutschen Raum und gelegentlich darüber hinaus ein wenig wie ein närrischer Sog zu wirken. Sie fielen auch diesmal in Scharen ein, die Narrenzünfte, die Guggen und Gruppen, die Vereine, Fanfarenzüge, die potthässlichen Geister und die gefürchteten Waldwesen, die Besenträgerinnen und die schwäbelnden Teufel rund 2500 sollen es gewesen sein, und da alle durch das kleine Büsingen paradierten, geriet der Umzug zur bestaunten stundenlangen Show. Natürlich war die Route gesäumt mit Zuschauerinnen und Zuschauern, und es gehört zum tollen süddeutschen Treiben, dass vor allem der jüngere Teil der weiblichen Zuschauerschaft Opfer einer veritablen närrischen Jagdsaison wird. Allerdings: Auch ältere männliche Semester blieben nicht verschont; mindestens eine Konfettidusche musste es im Verlauf der wahrhaftig monströsen Parade schon sein. Angeführt wurde die Parade übrigens von Vertreterinnen und Vertretern des Wilden Westens beziehungsweise des Reitstalls Huber in Buchthalen: Ein Indianerstamm zu Pferd pflügte dem Narrenzug den Weg durch die Zuschauermassen, dicht gefolgt von anderen «Einheimischen», den Hobelgeissen etwa, den Chällergrölern Buchthalen oder der Jugi des Turnvereins Büsingen, die mit dem Motto «Penner» und einem beeindruckenden Gefährt in Erscheinung trat. Trompeten-Sigi spiegelte den Büsingern den Besuch des Dalai Lama vor, dann war vor allem Schabernack angesagt. Und man muss sich das bildhaft vorstellen: Wenn 2500 Närrische einfallen, dann ist das nicht nur ein Umzug in einer hübschen Ortschaft, sondern auch die Eroberung einer sonst eher behäbigen bürgerlichen Gemeinde durch die (friedliche und fröhliche) ritualisierte Anarchie des Ungewöhnlichen. Dazu trugen natürlich die vielen Guggen wesentlich bei, die das Zentrum zur verrückten Meile und zum grandiosen Klangboulevard werden liessen. Schon beeindruckend, wie die Büsinger Bauern fasnachten und all die anderen, die da waren. (cas./J. R.) mmmm Weiter |
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