Stuttgart 21: Eher wenig Interesse in Büsingen
Am Sonntag, 27. November 2011, wurden die 7,6 Millionen Bürger von Baden-Württemberg für einen Volksentscheid an die Urnen gerufen. Sie sollten entscheiden, ob das Land aus den Verträgen zum 5,5-Milliardenprojekt Stuttgart 21 aussteigen soll. Als baden-württembergische Gemeinde war die Enklave Büsingen natürlich mit einbezogen. Damit hatten die Büsinger für einmal die aussergewöhnliche Gelegenheit, wie «freie Eidgenossen» ihren verbindlichen Willen bei einem Milliardenprojekt kundzutun. Das sowohl für Stuttgart wie für Baden-Württemberg so wichtige Thema wurde in Büsingen aber eher wenig wahrgenommen. Die Abstimmungsbeteiligung war nicht überwältigend. Von den 782 Stimmberechtigten gaben nur 312 ihre Stimme ab. Das entspricht 39,8 Prozent. Die Nein-Stimmen überwogen knapp: 159 Stimmberechtigte traten für den Weiterbau des Stuttgarter Bahnhofes ein. Dagegen standen nur 152 Ja-Stimmen, die eine Vertragskündigung forderten.

Auch im gesamten Landkreis Konstanz ging die Entscheidung sehr knapp aus. 50,2 Prozent stimmten für den Weiterbau, 49,8 Prozent waren dagegen.

Bürgermeister Gunnar Lang und das Team der Stimmenzähler hatten nur wenig Arbeit: nach nur einer Stunde stand in Büsingen das Ergebnis des Volksentscheides Stuttgart 21 fest.